Bereits um 7:00 sind wir schon unterwegs. Es ist noch ein wenig kuehl. Bis Pirot ist die Strecke wunderschoen und fast menschenleer. Danach muessen wir wieder auf die E80 mit den vorbeibrausenden trucks und PKW in Konvoiformation. Ein lezter Stopp in Dimitrovgrad kurz vor der bulgarischen Grenze um die letzten yugoslavischen Dinar in Essbares zu investieren. Dann kommt die bulgarische Grenze, wieder ein wenig mulmiges Gefuehl. "Die rauben euch dort aus", hatten wir gehoert, aber auch "super gastfreundlich, hatten nie Probleme". Der Uebergang ueber die Grenze ist gaenzlich unkompliziert, keine Wartezeiten, kein Visum, keine aufgehaltene Hand was uns zum Teil erzaehlt worden ist. Wir strampeln einfach ohne Unterbrechung durch bis Sofia. Zunaechst durch huegeliges kargeres Land, spaeter wird es zur flacher Ebene mit nicht sehr intensiv genutzter Landwirtschaft und wenigen Haeusern und gelegentlich - meist verlassenen und verrottenden - Industrieanlagen. Dann sehen wir die Hochhaeuser von Sofia in der Ferne. Ueber breite Strassen fahren wir in die Stadt hinein. Plattenbauten a la Sozialismus und an einigen Ecken Slums. Da wir vom Ortschild bis ins Zentrum fast 10 km abreisen, erscheint die Stadt gross. Als wir den Eindruck haben im Zentrum zu sein, wechseln wir Geld (1 Euro = fast 2 Leva) und fragen nach Uebernachtungsmoeglichkeiten. Das Art-Hostel.com scheint die guenstigste Adresse zu sein. Wir kommen dort gegen 17:00 an und es wird von einigen jungen Leuten gefuehrt ist witzig eingerichtet und es herrscht eine nette lockere Atmosphere. Wir teilen das Zimmer mit einer Schweizerin aus Basel, einem Lehrer aus Salamanca und zwei Englaender Spencer und Morton die mit dem Fahrrad durch Bulgarien und Tuerkei unterwegs sind. Zusammen mit einer der Jugendherbergsleute gehen zwei Belgier, die beiden Englaender und ich abends noch raus. Zunaechst die Blaze Bar, wo das Bierchen erfreulich 55 cent kostet und spaeter noch in die Mojito Bar wo gut was los ist. An einem Tisch sitzen junge Leute in schwarzen Klamotten und Sonnenbrillen, huebsche Frauen und draussen parkt deren neuer Mercedes der C-Klasse in Silbermetallic. Wie die wohl ihren Lebensunterhalt verdienen? Aber das tut der Stimmung im Laden keinen Abbruch.
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