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| >>10.09.2010 12:36:20 :3366. Tag seit Projektbeginn :: 58843 km seit 23.7.2002 |
| 1208.-1265. Tag | 13.10.2004-09.12.2004 |
| China |
| Stationen im Reich der Mitte: frostiges Bergdorf; Uygurenmarkt; Taklamakanwueste; Beijing; Pingyao; Tonsoldatenarmee, smogverseuchte Staedte; Pandas, sitztende Buddhas, Lijiang, Tiefste Schlucht der Welt, tibetanisches Kloster; Westyunnan; Kunming |
| Transport: |
| LKW: 5km |
| Taxi: 250km |
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| 1208 .Tag | 13.10.2004 | Etappe: Irkeshtam-Kashgar |
| Von Kirgisistan nach China |
Grenzgang und langsamer Uebergang von zentralasiatischer Kultur zu chinesischer |
| Als wir gestern bereits um 20:00 zu Bett sind, schlief ich gleich eiin. So bin ich um 4:00 bereits ausgeschlafen, liege einige Stunden wach und warte darauf, dass die Sonne aufgeht. Der bewohnbare Teil des Bauwagens ist voll mit Schlafenden, draussen hat es ueber Nacht geschneit. Auf dem Boden ist der Schnee nicht liegengeblieben, lediglich auf den Daechern, den LKWs und den Haufen von Schrott. Dennoch ist es zu kalt um nach draussen auszuweichen. Es bleibt nur sich zu drehen bis alle gegen Sonnenaufgang aufstehen. Im Schlafsack war es ausreichend warm, aber der Bauwagen hat sich ueber Nacht gut abgekuehlt, so dass ich die Kleidung im Schlafsack ein wenig anwaerme bevor ich sie anziehen mag. Nach einigen Tassen Tee mut unserer Gastfamilie und zwei frittierten Kartoffelteilchen im Trucker-Cafe schultern wir die Rucksaecke und laufen ueber den Schrottuebersaeten Parkplatz zur kirgisischen Grenze Die kirgisisch-chinesische Grenze Der Grenzuebergang und das Verlassen der GUS gestaltet sich recht unproblematisch. Ein erster Pass-Check, eine sehr oberflaechliche Gepaeckkontrolle (Rucksack auf, einen fluechtigen Blick reinwerfen, Rucksack zu) und ein weiter Schalter zur Registrierung und fuer den Ausreisestempel. Nach 20 min. sind wir alle vier durch und muessen eine Weile warten bis die Schrottlaster die Grenze passieren um uns in 2er Gruppen ueber einige km bis zum chinesischen Grenzposten zu bringen. Unterwegs wollen noch einige kirgisische Grenzer die Paesse sehen, aber wohl mehr aus Langeweile. Dann taucht hinter der letzten Kurve die chinesische Flagge des ersten Grenzpostens auf. In lange gruene Maentel und Pelzmuetze gehuellt wirft ein chinesischer Grenzsoldat einen ersten Blick auf unsere Paesse. Sein Kollege steht auf einem kleinen Podium und die nun sichtbaren Zelte, Container, Gebaeude und drei Schuetzenpanzer stehen in Reih und Glied und wohl geordnet da. Man bekommt gleich den Eindruck, dass jeder Mensch hier seinen fest zugewiesenen Platz hat. Einige Meter weiter dann der naechste Stopp. Der LKW wird genauer unter die Lupe genommen. In einem Bauwagen kontrolliert und registriert eine chinesische Armeeangehoerige unsere Paesse. Ein Offizier laesst uns kurz unsere Rucksaecke oeffnen, schaut einmal rein und fertig. Dann geht es noch eine Strecke weiter bis zur Grenzstation. Die Grenzstation der chinesischen Seite ist wesentlich groesser und - zumindest im Gegensatz zum aermlichen kirgisischen Basteingebaeude - pompoeser. Aber Grenzgaenger gibt es ausser den Faherern der Schrott LKWs kaum - vielleicht ein Dutzend an diesem Tag. Wir sind die einzigen Wetler. Mein Gepaeck wird hier gar nicht mehr kontrolliert, eine Passkontrolle fuer den Einreisestempel und dann haben wir die Grenze hinter uns. Beijing Zeit Der Uhrturm schlaegt gerade - witzigersweise mit Big Ben Melodie - ein Uhr. Wir muessen unsere Uhren um zwei Stunden vorstellen. Das ganze chinesische Riesenreicht ist eine Zeitzone. So richten wir denn - wie alle chinesischen Staatsbuerger unere Zeit nach der Hauptstadt aus. Beijing gibt nicht nur den Ton an, sondern auch die Zeit. Verbindung nach Kashgar Die letzten kirgisischen Soms in chinesiche Yuan getauscht, holen wir die ersten Angebote der wenigen Taxifahrer ein. 300, 400, 500 Yuan. Von anderen Reisenden hatten wir erfahren, das sie pro Person 50 Yuan (5 Euro) bis Kashgar bezahelt haben, so steht unser Angebot auf 200, doch keiner der Fahrer will darauf eingehen. Dann lungert ein Pick-up Fahrer aber doch lange um uns herum, so dass wir wissen, er wird uns am Ende mitnehmen. Jedoch bleibt zwischen unserem 250 Angebot und seinen 300 noch eine Luecke. Wer hat die bessere Geduld? Wenn es kalt und regnerisch gewesen waere, haette er sicher gewohnen, aber der Himmel klarte auf, die Sonne schien und waermte und man hatte einen herrlichen Blick auf die schneebedeckten Kuppeln des Pamir Gebirges. So hatten wir keine Eile aufzubrechen. Als wir nach einer Weile jedoch los wollen, holen wir die Spielkarten raus und beginnen passioniert die Karten zu dreschen. Als der Fahrer nun sieht, dass wir uns scheinbar auf eine laengere Kartensession einlassen, streicht er schliesslich die Fahne und wir fahren fuer 250 Yuan ins schaetzungsweise 250 km entfernte Kashgar. Die Strasse ist geteert und in gutem Zustand und so geht es zuegig voran. Die Gegend ist aeusserst vegetationsarm und fast gaenzlich unbewohnt. Die schneebedeckten Berge verschwinden langsam am Horizont und auch die braun-rot-ocherfarbenen Fels- und Geroellberge und -huegel werden mit der Zeit geringer und flacher. Neben wenigen Behausungen sieht man einige grosse Schaf- und Ziegenherden. Zahlreich sind jedoch die Esel und Kamele die cheinbar frei durch die Gegend streifen. Mindestens drei Dutzend Kamele und noch einmal so viele Esel ehe ich entlang der Strasse. Bevor wir Kashgar erreichen wird die Landschaft recht flach und Pappeln breiten sich zunaechst entlang der Wege und spaeter immer zahlreicher und dichter ueber die Ebene aus. Hier kommen wir nun in bewohntere Gebiete. Strassenschilder mit chinesischen und arabischen Schriftzeichen. Auf der Strasse fallen mir v.a. die in China produzierten VW Santanas und kleinen, ueberdachten Motorradrickschas auf. Die Mehrheit der Bevoelkerung hat nicht chinesische Gesichtszuege und scheint somit Uyguren, Kasachen oder Kirgisen zu sein. Nach ca. drei Stunden Fahrt erreichen wir gegen 18:00 das Hotel Seman Seman Hotel Es ist bei back-packern beliebt. Den 5er Schlafsaal, welchen Allister, Adrian und ich mit einem Chinesen und einem in Korea gebohrenen US-Amerikaner teilen, ist sogar mit einem eigenen Bad und Fernseher ausgestattet. Fuer 30 Yuan (3 Euro) / Person somit ein guter deal. In Hotels in China gibt es auch immer eine Thermoskanne mit heissem Wasser und Teebeutel. Nach den drei Tagen in den kalten Bergen und auf den verstaubten Wegen fuehlt es sich goettlich an nach der Dusche in frischen Kleidern zu stecken und im chinesischen Restaurant um die Ecke gutes chinesisches Essen in sich hinenzuschaufeln und mit ganz passablem Xinjiang Bier herunterzuspuelen. Der in Korea gebohrene New Yorker - der bereits seit 10 Monaten in Asien unterwegs ist - schliesst sich uns an und so haben wir viel Gespraechsstoff und einen interessanten Abend. |
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