>>08.09.2010 19:56:20 :3364. Tag seit Projektbeginn :: 58843 km seit 23.7.2002
297.-308. Tag | 16.04.2002-27.04.2002
St. Martin - Anguilla - St. Barths - St. Martin
Einzug auf dem schwedischen Segler MARIE LOUISE: 4 Tage Rundfahrt zu den Nachbarinselstaaten Anguilla und St. Barths. Die anderen Tage dienen der Vorbereitung der Atlantiküberquerung

Tagebuch
297-Einzug auf der MARIE LOUISE  
298-Überfahrt :: St. Martin - Anguilla  
299-Überfahrt :: Anguilla - St. Barth  
300-Überfahrt :: Um St. Barths  
301-Überfahrt :: St. Barths - St. Martin  
302-St. Martin :: Vorbereitung der Atlantiküberquerung  
304-Tagesanstellung als Reiseleiter für Inselrundfahrt  

297 .Tag | 16.04.2002 | Etappe: St. Martin-St. Martin
Einzug auf der MARIE LOUISE

Richtungsänderung: Ost statt West Strategieänderung: längere Arbeitsaufenthalt dann längere Reise ohne finanzielle Nöte
 

Waehrend ich einige Tage zuvor das schwarzes Brett in einem Internetcenter auf Angebote checke sprach mich Per-Olof, ein netter Schwede an, ob ich gerade seine Anzeige lese: „Crew nach Europa gesucht“ - nicht wirkliche meine Richtung - aber wir kamen ins Gespraech: Sie wollen in wenigen Tagen noch ein wenig die umliegenden Inseln besegeln und dann mit einem Dutzend Booten Ende April den Atlantik ueberqueren. Erst nach Norden in Richtung Bermuda und im Bermudadreieck dann in Richtung Osten abbiegen. Nach 15 Tagen und ca. 2500 Seemeilen wollen sie die Azoren erreicht haben. Mehrere Tage sind geplant, die Inseln zu erkunden und dann geht es weiter Richtung Aermelkanal, die Kueste Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Deutschland und Daenemark entlang um bis zum 22. Juni rechtzeitig zum Mittsommerfest in Goeteborg, Schweden anzukommen. Hoert sich wie zwei interessante Monate an, zwar keine Bezahlung aber auch keine Unkosten. Nur das Endziel Schweden liegt nicht wirklich in Richtung untergehender Sonne.

Aber nach zwei Tagen weiterer Suche und Gruebeln denke ich mir: Was soll’s. Man kann den Globus auch in Richtung Osten umqueren. Die zwei Monate hoeren sich spannend an, Schweden ist sicher eines der besten Laender um in kurzer Zeit moeglichst viel Geld anzusparen und danach kann ich dann erst einmal ohne durch Meere im Vorwaertskommen auf Boote angewiesen zu sein eine gute Strecke ueber die eurasische Festplatte in Richtung Osten vorankommen, durch Laender wo der gute neue Euro einen auch ein Weile am Laufen haelt.

Also Richtungsaenderung: Ost statt West; Strategieaenderung: ein laengerer Arbeitsaufenthalt und dann eine laengere Reise, ohne arbeiten zu muessen. Erfahrung der letzten Monate. Allerdings werde ich auch wohl etwas anderes aendern muessen: das Motto der Reise. Hier nun die neue Version: „Ohne Flugzeug, ohne Geld – auf Umwegen um die Welt“ oder „im Zick-Zack um die Welt“. Ich weiss noch nicht.

Heute ziehe ich nun auf der MARIE LOUISE ein. Das Boot ist eine recht neue 38 Fuss grosse Sloop, 12 Fuss kleiner als die ILONA, aber gut ausgestattet und das schwedische Paar ist sehr sympathisch. Der deal mit Gun und Per-Olof ist: Hilfe bei der Ueberfahrt nach Schweden gegen freie Kost und Verpflegung inkl. Mildsommer Party bei Ankunft am 21.06 unweit von Göteborg, bleiben somit einige hundert Mark uebrig, wenn nicht auf den Azoren und in den Haefen entlang des Ärmelkanals, Frankreichs, Belgiens, Hollands, Deutschlands und Daenemarks allzu viel liegen bleibt. In Schweden heisst es dann Arbeit suchen. Wenn also jemand von Euch hier einen Tipp oder eine Kontaktadresse hat, ihr wisst ja bereits, dass ich fuer diese Hilfen immer sehr empfaenglich bin. Wenn alles gut klappt werde ich wohl eine Weile dort bleiben bis genug Geld in der Reisekasse ist. Hoffentlich läßt sich bis dahin auch ein Reisepartner oder Reisepartnerin für die weitere Fahrt finden. Durch das Alleinreisen bin ich zwar gezwungen gewesen mehr auf Leute zuzugehen und habe viele kennengelernt, aber mit der Zeit ist es doch sehr anstrengend.