>>08.09.2010 20:49:17 :3364. Tag seit Projektbeginn :: 58843 km seit 23.7.2002
787.-788. Tag | 19.08.2003-20.08.2003
Türkei :: Mit dem Zug zur syrischen Grenze
Quer durchs Land geht es mit dem Zug bis nach Adana und von dort mit Bussen die letzte Strecke über Antakya nach Syrien

Tagebuch
787-Im Schlafwagen quer durch die Türkei  
788-Über Antiochia nach Syrien  

Transport:
Bahn: 1350km

Unterkunft:
19.08.2003 Übernachtung Gästehaus der Wasserbehörde D.S.I. (3,75 Euro / Nacht)

Galerie:
Bahnfahrt
Pause
Türkische Hochebene
Konya
Gepäckträger
Irgendwo im nirgendwo
Auf der Waage
Winke winke
Bienenstöcke
Kuhhirte
Flachlandkühe
Waggons
Freiluftmuseum

787 .Tag | 19.08.2003 | Etappe: Istanbul -Adana
Im Schlafwagen quer durch die Türkei

Für knapp 13 Euro kann man sich gemütlich im Schlafwagen 1350 km durchs Land fahren lassen.
 

Kurz vor Mitternacht rollt der Zug aus dem Bahnhof, der noch mit Geldern des deutschen Kaiserreiches gebaut worden war. In die Jahre gekommen ist auch der Zug und mein Schlafwagenabteil, dass ich ganz für mich habe. Aber es ist sauber, mit Waschbecken ausgestattet und auf dem Bett lässt es sich bei dem Geschunkel herrlich schlafen. So wache ich den am nächsten Morgen frisch auf und lasse mir im Zugrestaurant aus den wenigen vorhandenen Zutaten ein Frühstück zusammenstellen.

Zurück im Zugabteil lese ich mir die ersten Informationen über Syrien durch, schreibe meinen Artikel für die Diazeitschrift fotoforum und stimme mich mit einer Kurzeinführung von Bernard Lewis zu den Kreuzrittern auf die zu besuchende Region ein. Aus dem Bett heraus lässt sich bequem durch das Fenster, dessen Rahmen wie die Abgrenzungen eines Großbildschirmes wirken, die Landschaft an einem vorüberziehen. Unterbrochen werden diese ruhigen und besinnlichen (Nicht)Tätigkeiten lediglich durch das Mittagessen im Speisewagen.

Während es die meiste Zeit der Reise durch die flache Hochebene geht und die Gleise sich schnurgerade am Horizont in einem Punkt verlieren, wird es zum Ende der Reise gebirgiger. Der Zug schlängelt und schnauft sich die Berge hoch bis zur Kilikischen Pforte um dann in die fruchtbare Cukova Ebene hinab zu rauschen. Es ist schon dunkel geworden, aber das feucht-schwüle Wetter lässt erahnen, dass die weißen Baumwollfetzen, die man längst der Bahnlinie sieht hier keine Einzelerscheinung sind. In der Ebene wird viel Baumwolle angebaut und in und um Adana spielt die Textilindustrie eine wichtige Rolle.

Aus dieser Gegend kommt auch einer der reichsten Männer der Türkei, Sakip Sabanci. Es soll medienscheu und ein politischer Leisetreter sein, aber er hinterlässt doch im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben des Landes seine Duftspur, v.a. hier in der Cukova Region. Sein S.A. Logo grüßt einem von jedem Dia Markt und anderen Joint-Venture Unternehmen entgegen. Es gibt S.A. Schule, Universitäten, Bibliotheken, Museen etc.

Nach gut 21 ein halb Stunden erreicht der Zug schließlich Adana. Eine Busfahrt wäre wesentlich schneller gewesen, aber nicht bequemer und v.a. nicht günstiger, da der Preis für diese 1350 km gemütliche Zugfahrt mit 20.000.000 Lira (ca. 13 Euro) unschlagbar günstig ist. Mit meinem Lehrerausweis will ich mich im Ögretmen Evi, dem Lehrerhaus einquartieren, aber dies ist leider voll und so werde ich für weniger als 4 Euro in dem Gästehaus der Wasserbehörde D.S.I. untergebracht.