>>08.09.2010 20:44:20 :3364. Tag seit Projektbeginn :: 58843 km seit 23.7.2002
423.-432. Tag | 20.08.2002-29.08.2002
Yugoslavien
Mit dem Rad durchs Yugoland. oder: gastfreundliches Land

Tagebuch
423-Verlassen Ungarn  
424-Gluecklich verlaufene Panne  
425-Belgrad  
426-Franzoesicher Abend  
427-Kneipe Republika  
428-Barajevo statt Sarajevo  
429-Gluecksgriff in Bagradan  
430-Grenzenlose Gastfreundschaft  
431-Nach Nis Richtung Osten  
432-Good buy Yugoslavia  

Transport:
Fahrrad: 100km

Unterkunft:
20.08.2002 Gefragt bei Nachtwaechter eines Landwirtschaftsbetriebes, (bewachte) Blumenweise gestellt bekommen.

Galerie:
Erster Schlafplatz in Yugoslawien

423 .Tag | 20.08.2002 | Etappe: Baja-Crvenka
Verlassen Ungarn

Nach Kennenlernen der neuen Mitradlerin heisst es Auf Wiedersehen Ungarn.
 

Zeitweise erfolglose Futtersuche in der Stadt an diesem Feiertag laesst die Abfahrt doch wieder 10:30 werden. Etwas Unbehagen habe ich als ich Anicas Ausruestung sehe. Sie hat ihre Klamotten v.a. in einem zweiraedrigen Anhaenger verstaut, den sie sich am Anfang der Fahrt zugelegt hatte, nachdem ihr der Rucksack, den sie auf  dem Ruecken transportierte, zu unbequem wurde. Aber das ideale Transportmittel fuer Fernradtouren ist dieses Geraet auch nicht. Es erinnert eher an einen Bollerwagen zum Bierholen. Wir fahren zunaechst los. Ueber die B51 geht es wieder an dutzenden von Melonenverkaeufern vorbei auf die yugoslawische Grenze zu. Als Anica nach 32 km an der letzten Tankstelle ihre Restbestaende an ungarischen Forint verbraten will, erfahren wir, dass es sich bei Backi Breg nicht um einen internationalen Grenzuebergang handelt und wir wohl zur Beantragung eines Visums nach Budapest mussten. Ohhh Mann, ich hatte die Information bekommen, dass ein Transitvisum an der Grenze beantragt werden koennte, hatte jedoch nicht auf unterschiedliche Status von Uebergaengen geschaut. Egal, jetzt waren wir schon einmal dort, also weiter zur Grenze. Und sieh da, Transitvisum, kein Problem. 6.80 Euro und die freundlichen Grenzer schenken uns sogar eine Landkarte auf kyrillisch und heissen und in Yugoslawien willkommen.

10 km ueber die B18 nach Bezdan, weitere 11 ueber die E660 nach Sombor, wo ich 20 Euro gegen 1214 Dinar eintausche. an der Reaktion der Menschen, die ploetzlich stehenbleiben, uns verwundert anschauen oder freundlich zuwinken oder zurufen, laesst sich ablesen, dass hier in den letzten Jahren wohl nicht viele bepackte Radler unterwegs waren. Ueber Kljajicovo und Sivac fahren wir noch bis kurz hinter Crvenka und fragen dann jemanden an einem Hof, ob wir dort uebernachten duerfen. Der gute Mann ist Nachtwaechter des landwirtschaftlichen Betriebes und ueberlaesst uns eine Blumenwiese zum campen, bewacht sogar. An diesem Tag ging es zwar durchschnittlich langsamer voran als an den vorangegangenden Tagen, aber mit 100 km war das gesetzte Tagesziel erreicht.